Weihnachtskrippe

                                                                                  Holzschnitzer Peter Staffler - Holzschnitzerei - Krippen - Krippenfiguren

Anbetung der Heiligen 3 Könige








 


Fortsetzung von Seite 150


In den Darstellungen der Weihnachtskrippe des späten 12. und 13. Jahrhunderts entwickeln Ochs und Esel ein Eigenleben. Auf manchen Darstellungen legen die beiden Tiere menschliche Verhältensweisen an den Tag und kümmern sich als „Tierammen“ rührend um das Jesukind.
Ochs und Esel halten die Bettdecke des Kindes mit Ihren Zähnen fest und wärmen es mit ihrem Atem. (Steinrelief um 1240-1250, Kathedrale Chartres) Ammenfunktionen übernehmen Ochs und Esel auch auf einem Bild aus einem Psalter (Buch der Psalmen) um 1220-1230 aus der Bayrischen Staatsbibliothek. In diesem Zusammenhang heißt es beiGerhard Bogner in seinem Krippen-Lexikon: „Alle göttlichen Kinder der
mytischen Welt wachsen mit oder durch TIERAMMEN auf, sie ernähren und hüten die göttlichen „neuen Könige“. Dies trifft für Zeus auf Kreta zu, den Ziegenböcke und Bienen umgeben, den Perserkönig Kyros mit der Hündin, für Romulus und Remus mit der Löwin, Genoveva mit der Hirschkuh und andere griechische, römische oder germanische Sagengestalten. Und die Juden hatten das goldene Kalb angebetet.“

                                                            Peter Staffler

 

 


Die erste "Hauskrippe"

Die erste „Hauskrippe“, wie wir sie heute verstehen, wurde 1526 in der Jesuitenkirche in Prag aufgestellt. Die Gläubigen waren sichtlich beeindruckt, denn bereits in den Folgejahren wurde am Hauptaltar eine noch größere Weihnachtskrippe errichtet.

In den folgenden Jahrzehnten entstanden immer mehr Krippen. Die Volkskunst nahm sich in Bayern, Schwaben, Italien und Tirol ihrer an. Wie umfangreich auch in figuraler Sicht die Krippen geworden sind, geht aus einer Beschreibung der Krippe der Herzogin von Amalfi hervor, die nach Angaben vom Jahre 1567 bereits aus 167 Krippenfiguren bestand.
Diese Krippe war, so kann man dies wohl annehmen, die erste
„Hauskrippe“ Italiens.

Im 17. Jahrhundert breitete sich der Krippenbau immer weiter aus. Riesenkrippen entstanden in Süditalien. Die neapolitanische Krippe des König Karl III., zeigte alleine 150 Engel, die Heiligen Drei Könige begleiteten über 100 prächtig gekleidete Frauen. Diese prächtig gekleideten Figuren waren meist aus Ton hergestellt, während die bayrischen großteils
bereits aus Holz geschnitzt wurden.

Aus Holz geschnitzt wurden die Krippenfiguren auch in Südtirol. Als Zentrum der Holzschnitzerei kann man wohl das Grödnertal ansprechen. Tirol folgte und allmählich verbreitete sich auch die Schnitzkunst im Salzkammergut, von Vichtau bis Ebensee und Bad Ischl aus, später auch in der Steiermark.

                                                                          Peter Staffler

 


Weihnachtskrippe     Anbetung der Heiligen 3 Könige
 
Holzschnitzer Katalog  Seite 151  über "Weihnachtskrippe" und "Hauskrippe"
 
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